Archiv des Autors: MottisMama

Über MottisMama

Mama der tollsten Tochter der Welt, einsame Kriegerin im Alltag, seit 01.05.2014 kinderlos, schlage mich tapfer durch sämtliche Widrigkeiten.. Skype: mottismama

Prost mein Schatz😞Auf die Ewigkeit!💫🌟


Langsam hat die Sonne Dein Photo verblassen lassen.. Die Erinnerung an Dich jedoch kann nichts je verblassen lassen. An dem Photo merkt man, dass es laut Datum nicht erst gestern war. Im Herzen jedoch wird es immer erst gerade eben gewesen sein seit meine Welt in Trümmern liegt.

Vielleicht würdest Du jetzt heimlich nach einem Essen Deiner Eltern mit Freunden die Reste aus den Gläsern trinken, wie ich es als Kind getan habe. Du würdest genervt Deine Hausaufgaben aufschieben, lieber mit Freunden spielen wollen, wir würden darüber diskutieren, dass Du Dein Zimmer aufräumen sollst usw.. wer weiss..

Im Moment sitze ich hier bei Dir, stoße mit Dir an und bin so unendlich traurig über die Tatsache, dass Du so früh gehen musstest und ich hier allein ohne Dich zurückbleiben muss…

Warte auf mich da oben mein Kind, ich beeile mich hier unten.

Unfassbar


.. und dann hast Du einfach aufgehört zu atmen….

.. und dann hast Du einfach aufgehört zu atmen….

.. und dann hast Du einfach aufgehört zu atmen….

Einfach so.

Dieses Bild ist eingemeißelt in meinem Herzen.

.. .. und dann hast Du einfach aufgehört zu atmen….

Zustand unverändert


 

 

Jemand hat mich gefragt, wie es mir geht, da mein letzter Blogeintrag doch schon um einiges zurückliegt. Tja, was soll ich sagen? Ich glaube eine passende Antwort wäre die, die wir immer auf den Intensivstationen zu hören bekamen, wenn wir nachgefragt haben, wie es Motti wirklich geht: Zustand unverändert. Es geht nichts vorwärts, nichts rückwärts. Gefangen in der täglichen Trauer. Und ich muss mich immer mehr konzentrieren, wenn ich ihre Stimme hören, ihren Geruch riechen oder ihre Hand spüren will…. Sie erscheint mir momentan weiter entfernt als je zuvor. Bilder, Videos helfen- jedoch nur kurzzeitig. Mein jetziges Leben ohne sie ist so traurig, leer, endlos und ätzend. Trauer zerfetzt uns Eltern, ist erbarmungslos, erwischt uns immer wieder unerwartet, beeinflusst unser jetziges Leben jede Sekunde. So sehr ich mich auch bemühe, wieder „aktiv“ am Leben teilzunehmen, das Beste draus zu machen- immer wieder verpasst Dir die Trauer einen Dämpfer, erinnert Dich daran, dass sie niemals vergehen wird. Und doch ist es die Trauer, die mich meiner Motti nahe sein lässt. Trauer hat viele Gesichter und zeigt diese vielfältig bei uns verwaisten Eltern. Sie äußert sich in körperlichen Schmerzen, Beschwerden und Erkrankungen (z.B. Herzrhythmusstörungen, Schwindel, lokale Schmerzen, Bluthochdruck, Schlaflosigkeit, Unruhe,  und unendlich viel mehr), Verhaltensänderungen, Depressionen etc etc..  ab dem Zeitpunkt, an dem ihr Engel Flügel bekommen hat, werden viele Menschen schwer krank. Auch das gehört zu dem Weg, den wir gehen müssen. Die Trauer verändert Dich, Dein Umfeld, Deine Beziehungen, sie diktiert Dir Dein Leben und nimmt keine Rücksicht darauf, ob Du gerade stark genug dafür bist.

Mittlerweile habe ich akzeptiert, dass sie da ist, beuge mich ihren harten Regeln. Denn immerhin öffnet sie mir ab und zu die Türe zu den Erinnerungen mit Motti und ich fühle mich ihr näher als sonst.

„Motti, wo auch immer Du jetzt auch bist, ich werde all das hier wie gewohnt meistern, mich darauf freuen, Dich endlich wiederzusehen.

Ich liebe Dich, warte auf mich, ich beeile mich hier unten.

Mama“

 

 

MEIN Weihnachten mit MEINER Tochter


Und wieder beginnt die schwerste Zeit für verwaiste Eltern. Für mich das dritte Weihnachten ohne Dich.  Während alle voller Freude dem großen Fest der Liebe entgegenfiebern, Kinderaugen vor Vorfreude leuchten, Menschen gemütlich dekorieren, Geschenke kaufen, kämpfen wir jeden Tag mit den Tränen.. Ich stehe zwischen all den Geschenkesuchern, Geschenkefindern, umgeben von Weihnachtsdüften, alles dreht sich, Tränen steigen empor. Ich suche wetterfeste Geschenke. Schöne Dinge, die den kalten Winter auf dem Friedhof überstehen. Ein kleiner weihnachtlicher Gruß für mein Kind. Ich finde kleine Weihnachtskugeln, die ich an einen Minitannenbaum hängen werde. Einen kleinen Engel, den ich in eine Laterne stellen werde. Das ist MEIN Weihnachten mit MEINER Tochter. Dekoriert zuhause ist nichts. Feiern passt immer noch nicht zu mir. Zu traurig ist all das Drumherum. So unendlich gerne würde ich mit dir unter unserem Tannenbaum „Halbgewachs“ sitzen, dich beobachten, wie du dich über Geschenke freust, die Freude in deinen Augen genießen, mit dir auf Weihnachtsmärkte gehen, dir jeden Wunsch erfüllen, mit dir bis nachts aufbleiben, um deine Geschenke auszuprobieren… Die Sehnsucht ist so unendlich schwer auszuhalten in dieser Zeit! Du fehlst mir jeden Tag mehr, Motti..

Warte auf mich! Ich beeil mich hier unten……

Mama

 

Trauerfrust


 

Lass die Sterne doch leuchten, lass sie lachen, du bist nicht hier, wirst nie mehr hier sein. Fortgenommen für immer, schaue ich deinen Spuren nach… eingeholt von der Trauer über die Endgültigkeit.
Ich hasse es, ohne dich zu sein, ich ertrage es nicht, ohne dich zu sein. Bin hier gefangen, verdammt bis zu meinem Tod. An ein Wiedersehen danach kann ich nicht glauben, auch, wenn ichs noch so sehr versuche.
Noch einmal deine Stimme hören, dir noch einmal einen Kuss geben, nur noch einmal mit dir im Arm einschlafen, an dir zu riechen.. was gäbe ich drum!!!
Warte auf mich, Motti, ich beeil mich hier unten..

 

Der Tod und seine neuen Schnittstellen


Manche kennen es noch, das Leiterspiel. Man würfelt und rückt die Augenzahl vor. Wenn man Pech hat, kommt man auf ein Feld wie z.B. hier die 30. Auf dem Feld katapultiert dich eine Leiter sofort wieder zum Anfang zurück. Ungefähr so ist es mit der Trauer. Es gibt Tage, an denen Du scheinbar vorankommst. An denen die Trauer nicht überhand nimmt und Du verhältnismäßig gut über den Tag kommst, Du trotzdem etwas Freude hast, an diesem unkompletten Leben, in dem der wichtigste Teil fehlt. Und wenn es Dir dann richtig gut geht, taucht plötzlich am nächsten Tag ein Feld mit einer Leiter auf.

Komme ich auf solch ein Feld, katapultiert mich dieses direkt zum 1.Mai 2014.

Und dann fühlt sich alles so an, als ob es gerade eben geschah, dass wir dort zu sechst im Zimmer saßen und unsere Motti sich auf den Weg zu den Sternen gemacht hat. Plötzlich beschäftigst Du Dich wieder mit dem Tod. Schaust in Dein Umfeld und bemerkst, dass Du langsam in das Alter kommst, in dem Freunde erkranken, der Tod immer häufiger neue Schnittstellen erschafft in Deinem Leben.. Und Freunde fangen an, näher zusammen zu rücken, Gesundheit zu schätzen. Sehr betroffen gemacht hat mich der Tod einer Bekannten b(Barbara), die Freundin meiner Freundin. Ich habe sie leider nicht sehr gut gekannt. Ich fing lediglich mal eine Katze mit ihr ein, die entlaufen war an einen trüben Tag im Klinikum Mannheim. Das war lustig 🙂

Dennoch jagt mir dieses Schicksal richtig Gänsehaut über den ganzen Körper. Sie war 42, starb 5 Wochen nach der Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs. Es macht mich betroffen und ich möchte für meine Freundin da sein, die ihr so nahe stand.

Barbara, alles Gute da oben, ich hoffe Du passt auf Deine Lieben auf und feierst da oben richtig ab!

Jetzt, wo die grauen Tage anbrechen, wird auch das Gemüt ziemlich grau. Umso mehr weiß man die goldenen Herbsttage zu schätzen, an denen die Sonne ihr Licht auf all das Können der Natur scheinen lässt. Da ist auch das Abrutschen auf der Leiter nur noch halb so schlimm.

 

Ein Appell von verwaisten Eltern für ihre Mitmenschen


Klage nicht…

klage nicht…
dass dein Kind ständig schlecht isst,
mein Kind isst nie mehr,ob schlecht oder gut…

klage nicht…
dass dein Kind laut und nervend ist,
mein Kind kann nie mehr laut sein…

klage nicht…
dass dein Kind immer öfters widerspricht,
mein Kind wird mir niemals widersprechen…

klage nicht…
dass dein Kind ein schlechter Schüler ist,
mein Kind wird niemals schlechte Noten mit nach Hause bringen…

klage nicht…
dass du viel Geld für dein Kind ausgeben musst,
ich brauche nie wieder Geld für mein Kind ausgeben…

klage nicht…
dass dein Kind ständig krank ist,
ich werde mein Kind nie wieder gesund pflegen…

klage nicht…
dass dein Kind ständig Dreck macht,
mein Kind macht nun gar nichts mehr dreckig…

klage nicht…
dass dein Kind nicht viel schlafen mag,
mein Kind schläft nun viel zu viel…

klage nicht…
dass dein Kind dir viele Nerven raubt,
sei glücklich, dass du nicht weiß was es bedeutet keine Nerven mehr zu haben…

klage nicht…
über dein lebendes Kind,
schätze jeden Tag und freue dich darüber!

(Danke Katja mit Danny im Herzen)

 

http://www.sternenkinderbruecke.de/index2.html